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Ist das linke Bild nicht traurig? Ja, und ob !

Denn mein Moto Guzzi Lastendreirad fristste ein ganzes Jahrzehnt ein ganz und gar unrühmliches Dasein und warte vergebens darauf, von mir endlich, endlich restauriert zu werden.
Mein Freund und Nachbar gab mir dann den Anstoß dazu. Er trennte seine Werkstatt  ab um in dem so freigemachten Bereich Platz zum Arbeiten am Lastendreirades zu schaffen.


Mit dem kompletten Zerlegen aller Teile ging es im Winter 2013/14 dann endlich los.
Schon im Frühjahr 2014 wurden die Teile sandgestrahlt. Da solch bearbeitete Oberflächen gleich wieder rosten wollten, habe ich diesem den Kampf  angesagt und  alle Teile in Tüchern abgedeckt  "zeitnah" zum Lackierer gegeben.



Eigendlich sollte die weitere Restaurierung zügig folgen - eigendlich, denn defekte Teile sind einfach nicht mehr zu beschaffen und müssen teuer und aufwendig  in Auftrag gegeben werden.
So mussten gleich zum Anfang zwei neue Kreuzgelenke beschafft und angepasst werden zwei Radbremszylinder aufwendig durch Materialauftrag wieder abgedichtet werden und nicht mehr lieferbare Radbremsberläge maßgeschneidert geschnitten, beschichtet und aufgeklebt werden.


Die nächsten Bilder zeigen links den frisch lackierten Rahmen in der Farbe  "perlrubin-rot"  und rechts fehlerhafte, schadhafte oder fehlende Teile.




Die ersten Bilder zeigen links den frisch  lackierten Rahmen in der DIN-Farbe "perlrubin-rot"  und rechts fehlerhafte,  schadhafte oder fehlende Teile-


Frühjahr 2015

Mittlerweile - es ist schon wieder ein Jahr vergangen - habe ich lernen müssen, in anderen Zeiträumen bei der Restauration meines mittlerweile fast 70 Jahre alten Dreirades zu planen. Auch ist es sehr hilfreich, sich nicht an einer Sache zu versteifen sondern flexibel auf mehrere Baustellenbereiche zu reagieren. So liegt die Pritsche zur Bearbeitung bei mir im Hof, das Ercole zur Endmontage - ja, trotz aller Rückschläge - weiterhin bei meinem Nachbarn.
Auch nach diversen Einkäufen bin ich nun halbwegs in der Lage, zügig zur Endmontage zu schreiten - leider aber noch immer ohne Kreuzgelenke, die werden nun maßgeschneidert neu gebaut.

In den nächsten Tagen werde ich die nächsten Bilder meines Projektes hochladen und ihr könnt dann selber die Fortschritte sehen. Soviel sei jedoch schon jetzt von mir verkündet:
Der Motor mit Vorbau eingebaut, Hinterachse mit Trommelbremsen und  Räder eingebaut, Hauptbremszylinder , Brems, Öl und Hydraulikschläuche eingebaut, fehlende Teile kommen in der nächsten Woche und  den Einbau der  Gabel gehen wird in dieser Woche an. - Es geht  weiter !


 
Sommer 2015

Nein, ich bin bei der Restaurierung nicht untätig geblieben. Und obwohl mich doch immer wieder kleine Probleme ausbremsen, geht es mit großen Schritten weiter bei der Verwirklichung meines Projekts.

Es macht mir große Freude, wenn ich an einem Tag in Öl und Fett und geschundenen Händen sagen kann: Heute sind wir wieder ein gutes Stück weiter gekommen.
Hier nun die nächsten Bilder, die die fertigen Räder mit Reifen, Radbremszylinder u. Belägen, Kotflügel, Bremsleitungen, Hauptbremszylinder, Motor eingebaut, Hydraulikleitung, unterer u. oberen Lenkkopfkugellager sind bereits fertig.

Neue Beinschilde, auf die ich über 2 Jahre warten mußte,  Kabelbaum und weitere Kleinteile liegen zum Einbau bereit, Tank und vorderes Schutzblech sind beim Lackierer, komplette Beleuchtung wie Rücklichter, Kennzeichen- u. Seitenbeleuchtung in LED liegen schon im Regal.



Dem aufmerksamen Beobachter ist es sicher aufgefallen, da fehlt doch auf den Bildern ein wichtiges Teil! Wo ist denn die Welle mit den beiden Kreuzgelenken? Ich habe mich nach mehreren Anläufen dazu entschlossen, dem Rat des Vertreters vor Ort der Fa. GNK zu folgen.

- es gibt keine neuen original Kreuzgelenke für mein Ercole
- der Umbauversuch baugleicher Gelenke einer anderen Firma ging richtig in die Hose
- die Wellenstange ist ausgeschlagen und müsste neu gelagert werden

Wir machen keine halben Sachen in einem so wichtigen Bauteil und GNK wird neue Flanschen am Getriebeausgang und der Hinterachse und entsprechend gekürzter und neu gelagerter Wellenstange mit neuen wartungsfreien Kreuzgelenken fertigen.

Ein großer Vorteil sind hierbei auch die neuen DIN-Kreuzgelenke. Diese sind deutlich besser in den vertikalen und horizontalen Bewegung und belasten somit nicht mehr das Material wie zuvor die in der Bewegung deutlich verringerten alten Gelenke.
Ende Juni sollen die Teile und vieleicht auch schon der Tank und der Vorderrad-Fender fertig sein. - Und  weiter gehts!


Leerlauf beim Projekt 1 bedeutet Arbeit beim Projekt 2.

Am 23.06.2015 wurde die Ladefläche vom Unterbau getrennt.
Das war notwendig, da sich der Boden schon deutlich gewölbt hatte. Die Entscheidung war nach Sichtung auch des Unterbaus klar. Die Eisenstreben/Unterbau ist ok, aber das Holz ....
Wir setzen zwei neue Balken ein, belegen den Boden und auch die Seitenflächen mit hochwertigem Holz . - Und weiter gehts!  

- 55, 2 laufende Meter Therma-Esche franz. Profil        
- 2 Balken Moso Unterkonstruktion Bamboo X-Treme    
- Pack VA Schrauben                                                   
- 0,75 l Thermo Holtzöl                                                
- Verleimung der Unterkonstruktion                               
- Märchensteuer etc.     

Materialkosten somit nur knapp unter eintausend Euronen.

Stillstand !

    
Mein Projekt steht seit Monaten still. Der für die Edelstahlarbeiten beauftragte Schlosser hat kurz vor Fertigstellung seine Arbeit am Kipper die Baustelle -quasi mittendrin - mir nix dir nix verlassen.
Auf allen Anfragen in den letzten Monaten hat er wie z.B. "habe ich vergessen, komme morgen" geantwortet, aber trotzdem nie gekommen. Irgendwann ist dann auch bei mir der Kragen geplatzt und ich muss mich nun wohl oder übel nach einem neuen Schlosser für Edelstahl arbeiten umsehen.

Die Planungen für 2016, zusammen mit dem Falconeclub zum 40. Clubjubiläum mit meinem dann fertiggestellten Ercole nach Mandello zu fahren und auch mit meinem Ercole die Jubiläum-Treffen der Kupferpaste und dem Cuzziclub Paderborn anzufahren sind geplatzt.

Aber- Aufgeben ist nicht meine Art!

Juli 2017

Über unsere gute Freundin Bella (ehemals Moto Spezial in Gomadingen) wurde ein Termin beim Ercole-Papst Menni in Mandello vereinbart. Also mein Ercole auf Hänger und ab auf die 750 km lange Fahrt. Ein Bild mit mir und Gespann vor dem Moto Guzzi Werkstor nach knapp 11 Stunden Fahrt. Der Hänger wurde auf dem Gelände von Menni abgestellt und weiter ging es zum Abendessen und Übernachtung ins Al Verde, dem Stammlokal aller Guzzistis, wo auch wir unsere Hochzeitsfeier (oje, sind das schon 15 Jahre her) gefeiert haben. Sehr sehr traurig sind wir über Bellas Info im September 2018, das Al Verde wird zum Jahresende für immer schließen.

Während des Wochenendes wurde Menni instruriert und dann vereinbart, dass er sich bei Bella meldet, wenn er mit seiner Arbeit an meinem Ercole fertig sein wird.
Bella, weil Menni italienisch und sonst nichts spricht, kein Handy und kein Internet hat und sich also nur über sein Festnetztelefon mit der Außenwelt in Verbindung setzen kann und ich alles, Handy, Internet, Homepage, Fax, Voice over IP aber nicht italiensch sprechen kann. :-) Nun ja, wer ist schon allmächtig.
Am Sonntag ging es dann wieder -  nun aber mit leerem Hänger- auf den Heimweg. Eine neue Leere stellte sich auf unserem Hof ein, soooo viel Platz - das Ercole fehlte.



Herbst 2017
  
Im Oktober war es dann soweit. Nach Mennis Anruf - alles tutti completti- sind wird wieder als "Leerfahrt" nach Mandello gefahren um mein Ercole abzuholen. Ein kleines Video zeigt Menni, Bella und ich bei der ersten Durchsicht und Funktionsüberprüfung.
Also nach nun 3000 km (2x Mandello hin u. zurück) muß es nun wieder hier weiter gehen.

Ja! Das ist er, der Ercole-Papst, hier mit seinem Hund, der obligatorischen Dauerzigarrette, seinen "Arbeitsschuhen" sitzend auf einem ..... na, erkannt?

In der nächsten Bildergalerie zeige ich euch mein Ercole in den verschiedenen Ausbaustufen, mal mit mal ohne Kotflügel und Hilfsrahmen und ähnliches.

Ja, es lebt! Mein Ercole läuft super, springt vor allem im kalten Zustand mit einem Tritt sofort an. Alles SUPER und dann kommen wir wieder in die rauhe Wirklichkeit zurück. Es kann nicht mehr gestartet werden.

Zuerst dachte ich ja, die Zähne der Ritzel am Kickstarter und am Kupplungsgetriebe sind verschlissen und darum rutscht der Kickstarter immer wieder durch. Aber dann habe ich den Starter mal ausgebaut und siehe da, das Material hat nach Jahrzehnten den Geist aufgegeben - siehe Bild und ihr wißt, was ich meine und das habe ich auch vor Ort in Mandello direkt mit Carlo Guzzi persöhnlich diskutiert. ;-)
 

Carlo Guzzi hat mich erhört und den Tipp gegeben, doch mal bei Guzzi-Retro in Italia nach einem Kickstartrer zu fragen. Was soll ich sagen, von dort bekam ich einen NEUEN Komplett-Kickstarter für unter 130 € zugesandt.
Dieser tut nun zuverlässig  und zur Freude seines Besitzer Dienst am Ercole.


Pünktlich zum "Zweirad-Saisonstart" wurde mein Ercole nun soweit fertig , dass ich mich wirklich ernsthaft mit dem Paragrafen 21 der Straßenverkehrsordnung (Vollzulassung) beschäftigen kann.
Die frohe Botschaft, die der Bundesrat Anfang des Jahres verkündete: "Wegfall des TÜV-Monopols" war leider nur von kurzer Dauer, da meine Anfrage nach §21 bei der DEKRA nicht durchgeführt werden kann. Die DEKRA und die KÜSS dürfen zwar theoretisch, aber erst richtig wenn ihre Mitarbeiter entsprechend ausgebildet worden sind, also in bestenfalls 2 Jahren!
Mir bleibt also nichts weiter übrig, als folgenden Werdegang zu bestreiten:

1. TÜV-Ingenieur kontaktieren
2. X € für diverse Gutachten und Prüfberichte zahlen
3. Wenn alles fertig ist, werden die Berichte u. Gutachten (für alle erstellten Gutachten in Hessen zentral zum Landratsamt nach Fulda (keiner weis warum) gesandt.
4. Wen der dortige Sachbearbeiter das Gutachten "begutachtet" und sich zu einer positiven Entscheidung durchgerungen hat, wird alles zentral nach Friedberg (keiner weis warum) geschickt.
5. In Friedberg, und nur in Friedberg muß ich dann mein Ercole zur "Vorführung" verbringen.
Von den anfänglichen 125 € (TÜV Datenblatt) wird sich die Summe bis zum TÜV in Friedberg sicher noch deutlich erhöhen.

Aber hier nun wieder etwas Erfreulicheres! - Wie in den Bildern in der "Rohversion" zu sehen, ist mittlerweile alles lackiert und gestrichen. Also nehme ich mir mal den Leitspruch des DDR-Staatsratvorsitzenden Erich H. zu Herzen: "Vorwärts immer- Rükwärts nimmner" und gehe den Weg bis zur TÜV-Abnahme weiter!


Tja, und hier nun die finale -endgültige -  fertig zum Vorstellen eines TÜV-Ingenieurs - Version!

Und weiter gehts

 
Nach einem unerwarteten Telefonanruf des eigentlich erst drei Tage später zu treffenden TÜV-Hessen Ingenieurs mußte ich schnellstens tätig werden. Der Ingenieur hatte sich bereits die von mir der Werkstatt überlassenen Ercole-Unterlagen, Bilder u.ä. angeschaut und festgestellt, dass das wichtigste Schriftstück fehlte. Ohne dieses Dokument könne er nicht tätig werden.
Es fehlt ein TÜV-Datenblatt zum Ercole. Also habe ich flugs im Internet Datenblatt-Service TÜV-Süd - die im Onlineformular geforderten Daten eingetragen und bestätigt. Per E-Mail kam nur wenige Sekunden später die Bestätigung des Eingangs:
Vielen Dank, dass Sie sich für den Datenblatt-Service von TÜV SÜD entschieden haben. Das Datenblatt wird innerhalb der nächsten 2-3 Arbeitstagen erstellt und Ihnen dann per Nachnahme zugesandt. Mit freundlichen Grüßen..
Ach so, dass hätte ich ja fast vergessen, der Spaß kostet mich bei Annahme der Sendung 125€. Da ich am Dienstag vormittag das TÜV-Onlinevormular ausgefüllt und abgesendet hatte, erwarte ich die Sendung also spätestens bis Freitag? ;-)

Aber die Sendung verzögert sich denn nur einen Tag später bekam ich eine E-Mail vom TÜV SÜD mit der Bitte, doch ein Foto des Fabrikschildes, Kopie der auls. Zulassungsdokumente und repräsentative Foto des Fahrzeugs zu senden.  Bekannterweise konnte ich nur Fotos zum Ercole senden und den Rest schriftlich erläutern.

Wieder einen Tag später die TÜV SÜD E-Mail mit Inhalt: Vielen Dank für die Inf. Bitte senden Sie mir noch ein Foto der eingeschlagenen Fahrgestellnummer. Dieses, sowie ein Foto der Motornummer habe ich sofort wieder per E-Mail beantwortet.

Da der mit der Erstellung des Datenblattes betraute Mitarbeiter des TÜV SÜD auch nach meiner letzten E-Mail mir telefonisch mitteilte, dass das zugesandte Bild nicht völlig eindeutige Zahlen zu erkennen wären, habe ich es noch einmal mit dem o.a. Bild versucht, Unklarheiten zu beseitigen.


Rahmennummer
Moto Guzzi
E * 31 M Q *
IMG 1725 OM

Motornummer
98367

 
Da ich heute einen Vorstellungstermin beim TÜV-Ingenieur hatte, muß ich realistich bleiben und mir keine allzu große Hoffnung auf ein pos. Erteilung der Zulassung in Hessen machen. Denn wenn mir der Datenblatt-Service des TÜV SÜD kein 100%tiges Datenblatt mit allen -was auch immer- eingetragenen Werten zusenden kann, dann sehe ich schwarz.

Am Mo, den 13. Mai habe ich tatsächlich den Einschreibenbrief vom TÜV SÜD für 130 €  (125 + 5€ Postgebühr) in Empfang nehmen können. Für mich als "Kunde" sah das Datenblatt super aus. Mein Ercole wurde nun aufgrund der beiden Rahmennummern auf 1951 taxiert.  

Dem TÜV-Ingenineur sah aber im Gegensatz zu mir eine Menge Probleme mit diesem Datenblatt. Wieder Tage später telefonierte er mit mir und  gab an, sich schon über Stunden mit dem Thema Ercole befasst zu haben und sogar nach Kontakt mit seinem obersten Chef, TÜV Hessen ein anderes, "besseres"  Datenblatt für mein Ercole bekommen zu haben.
Die Probleme will er am kommenden Dienstag bei mir im Hof an meinem Ercole näher erläutern.

Heute, Dienstag den 21.05.2019, ist das Datum, an welchem ich mich nun endgültig vom meinem Ercole-Projekt verabschieden muß.
Vereinbarungsgemäß war der TÜV-Hessen Ingenieur gegen Mittag bei mir und hat mir dankenswerterweise  auch "reinen Wein" eingeschüttet.  Die ihm vorliegenden Datenblätter lassen es nicht zu, mein Ercole in einem vertretbaren finanziellen Rahmen in "den öffentlichen Verkehr als Fahrzeug nach § 21" zu lassen. So müßte z.B. mein Ercole nach Hanau (ca. 50 km) transportiert werden um dort die "vorgeschriebene Geräuschmessung" durchzuführen. Der Benzintank müßte einer Druckprüfung standhalten, Brems- und Lichttest, Bereifung müssen überprüft werden, da Notsitz und Reservekanisterhalterung nicht original sind, müßte für beides ein gesondertes Teilegutachten erstellt werden und sowieso kann z.B.  auch der neue analoge GPS-Tacho ohne Teilegutachten so nicht genehmigt werden.

Lange Rede, kurzer Sinn: Die Ingenieur-Kosten ( Stunden und Gutachten) würden in die tausende laufen und trotzdem keine Garantie, dass am Ende auch eine Zulassung stehen würde.

E N D E



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